Backlash in amerikanischen Schulen

May 8, 2007 by frankweber

In Amerika haben einige Schulen begonnen, die Laptops wieder aus den Klassenzimmern zu verbannen. Der Hauptgrund dafür liegt in nicht erfüllten Erwartungen und Nutzungsweisen die sicher nicht im Sinne der Erzieher sind.

Der Artikel ärgert mich natürlich, aber ich wundere mich nicht über diese Entwicklung. Zu lange hat man geglaubt, dass das blosse Verfügbarmachen einer Technologie schon zu einem besseren Unterricht führen würde. Zu viele Leute haben Versprechungen gemacht, die letztlich nicht haltbar waren.
Und dennoch: der Computer-Einsatz in der Schule ist sinnvoll, wenn er didaktisch fundiert und wohldosiert ist!

Der “Zauberer”

May 8, 2007 by frankweber

Auch dieser Beitrag ist sehr komisch – allerdings unfreiwillig. Es ist kaum zu glauben aber nach Angaben einer unserer Studentinnen die sich im Moment im Auslandssemster in Maastricht befindet, ist dieses Video wirklich ernst gemeint. Pikantes Detail: Der Hauptdarsteller ist Professor und lehrt im Bereich “Business Media”.

Lachen 2.0

April 26, 2007 by frankweber

Gleich zweimal konnte ich heute morgen herzlich lachen, beide Male hatte es was mit Web 2.0 zu tun: Auf Spiegel Online fand sich die Geschichte eines jugendlichen Rasers, der sein Vergehen _selbst_ gefilmt und auf YouTube veröffentlicht hatte – und nun prompt vor Gericht muss :)

Noch lustiger finde ich den heutigen Dilbert, der die etwas eigenartige Auffassung mancher Manager von Blogs verdeutlicht – und es soll ja tatsächlich noch Führungskräfte geben, die sich Emails von der Sekretärin ausdrucken lassen…

Computerkenntnisse – eine Kulturtechnik?

April 24, 2007 by frankweber

Die Suchmaschine Google listet nach der Eingabe der Worte “Computer” und “Kulturtechnik” mehr als 98.000 Treffer (Stand: 070424) im deutschsprachigen Web. Der Begriff “Kulturtechnik” hat im Zusammenhang mit den neuen Web-Technologien und ihrer Anwendung eine steile Karriere hinter sich und wird oft gemeinsam verwendet.

Ein unklarer Begriff
Was genau mit diesem Begriff gemeint sein soll, scheint jedoch nicht wirklich klar. Einige willkürlich ausgewählte Seiten aus der Trefferliste umschreiben den Begriff “Kulturtechnik” ähnlich, doch bei weitem nicht identisch: da ist die Rede von dem “geläufigen Umgang mit dem Computer und den Informationsmöglichkeiten des weltweiten Netzes” oder der “Nutzung von IT-Technologien” oder dem “für das jeweilige Alter angemessenen Umgang mit dem Computer”.

Andere Umschreibungen sind nur wenig spezifischer und reichen von “Mit-einem Computer-umgehen können” über “Vermittlung grundlegender Arbeitstechniken mit dem Computer” bis zu einem “natürlichen und selbstverständlichen Verhältnis zum Allzweck-Hilfsmittel Computer”.

…ohne Begründung
Auffallend ist, dass der Status der ICT – Kenntnisse und Fähigkeiten als “Kulturtechnik” kaum begründet, sondern lediglich festgestellt wird. Irgendjemand scheint die oben angeführten Fähigkeiten einfach irgendwann in den Rang einer “Kulturtechnik” erhoben zu haben – und niemand scheint diesen Rang anzuzweifeln.

Eine Selbsteinschätzung
Selbstverständlich bin ich der Ansicht, dass der Computer in der Schule seinen Platz hat und haben muss (sonst würde diese Website wohl kaum existieren). Dennoch führt die Positionierung der ICT – Kenntnisse als “Vierte Kulturtechnik” neben Lesen, Schreiben und Rechnen bei mir zu einem verhaltenen Stirnrunzeln:

Wenn ich meine Arbeit am Computer aus dem Blickwinkel der Kulturtechniken betrachte komme ich zu folgender Schätzung:
Etwa 75% meiner Arbeit fallen unter die Kulturtechniken Lesen und Schreiben , etwa 10% unter die Kulturtechnik Rechnen.

Ich lese:

  • Internet – Adressen
  • Links
  • Webseiten
  • Emails
  • Menüpunkte und Dialogfelder der Programme mit denen ich arbeite
  • Werbebanner
  • Aufschriften auf Programmbuttons
  • - und Fehlermeldungen

Ich schreibe:

  • Emails
  • Texte wie diesen
  • Foren- und Chatbeiträge
  • Konzepte
  • Trage Namen und Telefonnummern ins Adressbuch ein
  • Fülle Online – Formulare aus usw.

Der Computer dient mir daher als Werkzeug, um die Kulturtechniken Lesen und Schreiben anzuwenden.

Beim Rechnen ist die Situation etwas anders: Hier ist es so, dass der Computer den Rechenprozess übernimmt, während ich nur noch die Ausgangszahlen eingebe.
Das bedeutet, dass der Computer als Maschine die Kulturtechnik Rechnen übernimmt.

Natürlich wird der Anteil der “alten” Kulturtechniken an der Computerarbeit je nach Anwendungsgebiet variieren. Dennoch bin ich grundsätzlich nicht der Meinung, dass es richtig ist die Fähigkeit der Computernutzung gleichrangig neben den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen zu positionieren.
Vielmehr bilden Lese- und Schreibkenntnisse die Basis, die eine sinnvolle Nutzung des Computers überhaupt erst ermöglichen.

Zweifellos gibt es spezielle Kenntnisse die für den Umgang mit dem Computer erforderlich sind. Wie bei jedem komplexen Werkzeug und jeder Maschine müssen wir für den sinnvollen Einsatz die “Gebrauchsanweisung” verstanden haben.
Wichtige Elemente dieser “Gebrauchsanweisung” beim Computer sind z.B.:

  • Die grundlegenden technischen Konzepte des Computers verstehen (Binärsystem, Digitalisierung, EVA – Prinzip usw.)
  • Verstehen, wie ein Computer Information organisiert und repräsentiert.
    (Laufwerke, Ordner, Fenster, Dateien, Icons, Menüs)
  • Bedienung der Eingabegeräte (Tastatur, Maus)

Folgerungen für die Schule
Die oben ausgeführten Betrachtungen sollen verdeutlichen, dass die Kulturtechniken Lesen und Schreiben nicht – wie von manchen Lehrkräften befürchtet – durch den Computer verdrängt oder gar “übernommen” werden. Im Gegenteil: Die Auseinandersetzung mit dem Computer bietet vielfältige und vor allem reale Anlässe, diese Kulturtechniken zu üben und zu vertiefen. (Ohne sinnerfassendes Lesen ist es unmöglich, sich im Internet zurechtfinden!).

Wenn Computerkenntnisse nicht als zu Lesen, Schreiben und Rechnen gleichwertige Kulturtechnik betrachtet werden, ist ein entspannteres Herangehen an die Thematik möglich. Wenn die Computerkenntnisse nicht die alleinige “Schlüsselqualifikation für die Zukunftsbewältigung” darstellen haben wir die Möglichkeit einen Schritt zurückzutreten und die Dinge nüchtern und aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Diese geänderte Sichtweise bedeutet auch, dass jemand ohne Computerkenntnisse deswegen nicht mit einem Analphabeten gleichzusetzen ist. Trotzdem sind Computerkenntnisse natürlich wichtig und in vielen Arbeitsfeldern mittlerweile unverzichtbar. Ohne diese Kenntnisse ist man sicher in vielen Berufen benachteiligt und in seinen Kommunikationsmöglichkeiten eingeschränkt.

Der Computer sollte jedoch nicht als (Kultur)Technik, sondern einfach als vielfältiges Werkzeug begriffen werden. Als ein Werkzeug, das uns gerade auch bei der Vermittlung der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen unterstützen kann.

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Anmerkung: diesen Artikel habe ich ursprünglich für meine Website www.icteach.net im Frühjahr 2003 verfasst und für das Blog mit geringfügigen Änderungen übernommen.

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Der Nachhilfelehrer vom anderen Ende der Welt…

February 10, 2006 by frankweber

In Amerika nehmen immer mehr Schüler Nachhilfe bei Lehrern auf der anderen Seite des Globus -konkret in Indien, wo es viele gut ausgebildete Lehrkräfte gibt. Ein interessanter Artikel im WIRED-Magazin wirft einen Blick auf diese neue Art der Nachhilfe:

Mehr unter:

http://www.wired.com/news/culture/0,1284,69313,00.html